Das Leben ist kein Problem, das es zu lösen, sondern eine Wirklichkeit, die es zu erfahren gilt.
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Zen-Buddhismus

Was ist Zen?

Zen-Buddhismus onlineNachdem Buddha die Erleuchtung erlangt hatte, war sein erstes Wort leiden. Wir leiden immer und überall - wie können wir dem Leiden entkommen?

Um dem Leiden zu entkommen, wird im Hinayana-Buddhismus der edle Achtfache Pfad praktiziert, welchen Buddha einst lehrte.

Im Mahayana-Buddhismus geht man davon aus, dass wir selbst als auch die Welt durch unseren Geist entsteht. Dieses ist gestützt auf die Lehre des Buddhas von den Sechs Paramitas. Durch Weisheit, Versenkung, Einhalt der Gebote, Geduld, ständiges Bemühen und Freigiebigkeit wird im Mahayana-Buddhismus auschließlich der Geist kultiviert.

So wurde auf dieser Art und Weise lange Jahre der Buddhismus praktiziert, bis die Frage aufkam: "Wer wohl dieser Geist sei, welchen man da beständig kultiviert?". Als darauf niemand eine Antwort hatte, entstand darauf hin der Zen-Buddhismus - Wer bin ich? Was ist dies?

Zen bedeutet dabei soviel wie die wahre Natur zu sehen. Halte dein Geist klar und gebe den Gedanken an Zen auf. Dann wirst du erfahren, was Zen ist.

Das Zen Reich ist wie ein leerer Himmel ohne Wolken. Wenn du nur einen einzigen Gedanken an den Himmel in dir selbst aufkommen lässt, dann befindest du dich nicht mehr in der richtigen Zen-Welt.

Eine Welt des reinen Geistes, dass ist das Zen-Reich. Um im Zen-Reich zu leben, muss man dich dazu ermahnen, tausende von Jahren zu dem Ort zu gehen, welcher weder Erde noch Himmel ist.

Wenn dir auf dem Weg dahin andere Gedanken aufkommen oder Bewegung in deine Ruhe kommt, so hast du den Weg bereits verfehlt.
 

In seelischer Hinsicht braucht jeder Mensch etwas, um sich festhalten zu können.
Sowohl in guten, als auch in schlechten Zeiten.

 

Die Geburt des Zen Buddhismus

Nach Überlieferung begann der Zen Buddhismus, als Shakyamuni Buddha vor einer großen Schülerschar auf dem Geierberg sprach.

Um seine Lehre den Dharma darzustellen, hielt er eine Blüte schweigend hocherhoben in der Hand.
Nur ein Schüler, Kashyapa verstand, was mit dieser Geste ausgesagt werden solle, während die anderen Schüler dieses nicht erahnten.

Kashyapa kam urplötzlich zur Erleuchtung, als er die Geste seines Meisters vernahm - Ishin-Denshin.

Ich habe das wunderbare Nirvana-Bewusstsein, den Augen-Schatz des wahren Dharma, das geheimnisvolle Tor des Dharma, die wahre Form der Nicht-Form. Es kann weder durch Buchstaben noch durch Worte ausgedrückt werden. Es ist eine besondere Übermittlung jenseits aller Lehren.

Der Buddha betraute Mahakashyapa damit, welchen Namen er auf diese Art und Weise Kashyapa gab. Er wurde somit zum ersten Patriarch des Zen Buddhismus.

"Eine Pflanze zu sehen, heißt zur Pflanze werden. Die Pflanze sein und sich an den Gezeiten des Wetters zu erfreuen"

Im Zen Buddhismus besteht die Methode darin, in den Gegenstand als solches selbst einzudringen und aus dessen Blick, dem inneren zu sehen.

Wenn man das tut, so spricht die Pflanze mit einem, man erkennt ihre Geheimnisse. Und mit dieser Erkenntnis der Pflanze, erkenne ich mein eigenes ich, welches mir mein Leben lang bisher ausgewichen war, weil ich mich selbst in einer Dualität befand und mein eigenes ich nicht erfassen konnte.

Nun, da ich die Pflanze kenne, kenne ich auch mein eigenes ich. Indem man sich in der Pflanze verliert, kennt man sein eigenes ich ebenso, wie das der Pflanze.

Ist Zen eine Religion?

Dieses ist abhängig davon, was man unter einer Religion versteht.

Zen ReligionZen ist kein Glaubenssystem. Der Buddhismus, welcher uns hier im Westen erreichte, in Form von Zen - dem Weg der Theravada oder Tibeter ist keine Religion.

Im Zen geht es nicht darum, etwas zu glauben. Zen beschreibt einen individuellen Lebensweg.

Es geht um die eigene, innere Erfahrung und der Transformation. An diesem Punkt ist der Buddhismus und Zen nur an der Weise verbunden, dass Buddha Shakyamuni ebenfalls der erste Zen Lehrer ist. Im Zen gibt es nur eine Übertragung vom Meister auf den Schüler. Der Schüler, welcher schließlich selbst zum Meister wird es an andere Schüler übergeben.

Wenn du diesen Weg beschreitest, du dich soweit veränderst und selbst erkennst, wer du wirklich bist - du erkennst, das du diesen Weg nur gehst um Menschen zu dienen, dich selbst und die Welt zu retten, dann wirst du deinen eigenen Weg und deine eigene Zen Dimension entwickeln. Hieran ist auch erkenntlich, dass Zen keine Religion ist, weil du deinen eigenen Zen Weg gehst.

 

Positiv Denken - Empfehlung im Zen Buddhismus?

Positiv zu denken, sollte man kritisch betrachten. Denn unsere Gedanken sind nur die Oberfläche unseres Bewusstseins. Wenn im unteren Bewusstsein die Hölle los ist, man Schmerzen in sich trägt, kann man trotzdem positiv Denken. Aber was nützen dann diese positive Gedanken? Nichts! Der Gegenteil tritt davon ein. Die schlechten Gedanken/Gefühle verstärken sich dadurch meist noch und man kann sich leicht schuldig fühlen.

Zen Buddhismus positiv DenkenDie Tiefe, in welcher ich die Impulse setzte ist entscheidend. Deshalb reden wir im Zen Buddhismus nicht
vom positiven Denken, sondern von der inneren Ausrichtung.

Der Mensch richtet sich durch das Heilsame aus, welches er aus seinem Herzen erfährt.
Was heilsam ist wird verstärkt und wird sichtbar, wenn der Mensch geerdet ist.

Die Erdung ist dabei die Stabilität innerhalb der eigenen Persönlichkeit. Zu sehen und verstehen. Die Stabilität im Schatten und Licht meines Selbst.

Für Menschen sind Gefühle immer wieder eine Herausforderung. Deswegen ist der Weg, in sich selbst, ganz tief, die Wurzeln
der Emotionen und Gedanken zu erkennen.
Dabei ist es wichtig zu erkennen, das wir Menschen Gefühle haben und in uns heilsame aber auch unheilsame Gedanken und Gefühle tragen.

In wie weit sind unsere Emotionen und Gedanken da - darum geht es im Zen Buddhismus. Erkenne ich, ob es was anderes gibt? Erkenne ich überhaupt, dass es noch was anderes gibt? Die Angemessenheit der Gedanken und Gefühle gilt es erst einmal zu erkennen.

Es gibt natürlich Situationen, in welchen man Trauer fühlt. Situationen in denen man über alles mögliche nachdenkt. Dieses ist auch völlig normal.

Die Natürlichkeit ist gerade der Punkt - wann fängt es an, dass mein Denken nicht mehr natürlich ist, sondern sich nur noch kreisende Gedanken? Wann wird mir der Blick auf die Wirklichkeit dadurch genommen? Daher lautet im Zen Buddhismus die zentrale Frage: Wer bin ich? Wer bin ich wirklich, wenn ich keine Gedanken und Gefühle in mir trage? Was ist dann? Wer bin ich dann wirklich? Unweigerlich muss man so an allen anderen Problemen und Fragen vorbei.